Stephanie Sturm, 39 Jahre, Schauspielerin und Erzieherin aus Überzeugung

„Plötzlich stand die Sinnfrage im Raum. Da habe ich einen Entschluss gefasst und die Ausbildung zur Erzieherin gestartet.“

Stephanie spielte nach ihrer Musical-Ausbildung zwölf Jahre lang auf unterschiedlichen Bühnen in Hamburg, Berlin, Wien und ab 2012 in Stuttgart. „Verträge gab es jeweils nur für ein Jahr. Dann hieß es wieder vorsingen, vorsingen, vorsingen. Und wenn ich ein Engagement erhielt, war der nächste Umzug angesagt“, erinnert sie sich. Irgendwann wurde der Gedanke, schon wieder irgendwo neu anfangen zu müssen, unerträglich.

Arbeit mit Kindern war ein Wendepunkt
Da erhielt sie eine Anfrage, ob sie nicht die Kinderdarstellerinnen und -darsteller für das Muscial Tarzan betreuen und trainieren wolle. Sie sagte zu und war begeistert: „Ich liebte die Arbeit mit den Kindern!“, berichtet sie. „Diese Erfahrung war ein Wendepunkt in meinem Leben.“ Sie wurde in dieser Zeit selbst schwanger und fragte sich dadurch noch intensiver, welche Richtung sie ihrem beruflichen Leben geben wollte. „Plötzlich stand die Sinnfrage im Raum. Als Mutter mache mir viel mehr Gedanken darüber, was ich dazu beitragen kann, unsere Welt nachhaltig und lebenswert zu gestalten“, sagt sie. Die Ausbildung entspricht ihr sehr „Ich hatte auch überlegt, soziale Arbeit zu studieren. Das wäre aber viel zu theoretisch gewesen. Ich bin eher praktisch veranlagt. Ich gehe gerne in die Fachschule, die Praxisphasen in der Kita gefallen mir aber noch besser. Ich komme von der Musik, von der kreativen Seite und bringe meine Begeisterung für diese Themen auch in der Kita ein.“

Finanzielle Unterstützung während der Ausbildungsphase
Als alleinerziehende Mutter einen neuen Beruf lernen? Das geht für Stephanie finanziell nur, weil sie von der Arbeitsagentur gefördert wird. „Meine Beraterin machte mich auf das Programm WeGebAU aufmerksam“, berichtet sie. „Aus diesem ‚Topf‘ erhalte ich jetzt Unterstützung.“

„Ich empfehle den Beruf weiter“
Durch ihren neuen Beruf sei sie vom Abendmenschen zur gut gelaunten Frühaufsteherin mutiert. Der Erzieher*innenberuf sei sicherlich auch stressig, sagt sie. Doch die schönen Erlebnisse überwögen. Wenn die Kinder einem morgens in der Kita strahlend entgegenkämen, sei das die schönste Belohnung. „Ich empfehle den Beruf definitiv weiter – auch und gerade für ältere Semester wie mich!“